Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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23.09.2019

Vollbild anzeigenDer Präsident der „Kosovo-Deutschen Handelskammer“ (OEGJK), Remzi Ejupi, besuchte vor einigen Tagen die „ Vereinigten Arabischen Emirate“ und traf sich dort mit dem Vertreter der deutschen Geschäftswelt in diesem Raum, mit Herrn Dr. Peter Göpfrich. Herr Dr. Göpfrich ist Geschäftsführer der „Deutschen Handelskammer für die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Oman“, sowie Vertreter der „Industrie-und Handelskammer“ des deutschen Staates

am Persischen Golf. Das Anliegen von Remzi Ejupi war die Zusammenarbeit mit der deutschen Kammer im arabischen Raum zu intensivieren. In einer offiziellen Erklärung heißt es: „ Remzi Ejupi wurde von seinem Gastgeber Dr. Peter Göpfrich über die Aktivitäten der Deutschen Handelskammer in der Region (Vereinigte Arabische Emirate, Katar und Oman) informiert.“ Es ging bei den Gesprächen auch um die Suche nach arabischen Investoren, in Zusammenarbeit mit der deutschen „ Industrie und Handelskammer“ für Kosova. Herr Dr. Göpfrich sprach von der Möglichkeit „ arabische Investoren nach Kosova zu bringen“. Nach Dr. Göpfrich sollte nicht nur „in Kroatien und Serbien investiert werden“ . Remzi Ejupi ließ sich nicht lumpen und sagte: „ Dr. Peter Göpfrich seine Mitarbeiter und Vertreter in Katar und Oman, sollen Investitionsmöglichkeiten in Kosova mit besonderem Schwerpunkt im Bereich der Energie, dem Abbau von Mineralien, der Informationstechnologie, sowie den Wintertourismus in Brezovica (dessen Angebot ist noch offen) anbieten“ . Derzeit gibt es viele Investoren und Investitionen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Oman in Kroatien und Serbien. Solche Investitionen strebt Ejupi nun auch für Kosova an. In der Realität bot Herr Ejupi den Reichtum Kosovas zum Billigpreis an. Hinter der Aktion verbirgt sich Teile von Trepca zu verkaufen, Chrom zu verscheuern und endlich die kosovarische PTK ( Telekommunikation Kosovas) zu privatisieren. Selbstverständlich soll auch der Tourismus zum lukrativen Geschäft werden. In Wahrheit benötigt die kosovarische Gesellschaft den Reichtum ihres Landes selbst. Mit der Reaktivierung von Trepca auf der Basis von gesellschaftlichem Eigentum, könnten Sozialprogramme finanziert werden. Kosova hat zusammen mit Albanien die drittgrößten Chromvorkommen der Welt. In Albanien beutet eine deutsche Firma die Bergarbeiter schrecklich aus und transferiert sämtliche Gewinne ins Ausland. So ähnlich stellt sich die Privatisierungsagentur Kosovas „ AKP“ die Entwicklung in Kosova vor. Auf der Website der AKP wird mit „niedrigen Steuern, günstigen Arbeitskräften“, und „geringen Sozialabgaben“ geworben. Das soll jetzt auch neben anderen Investoren in Zusammenarbeit mit der Niederlassung der Deutschen Handelskammer für die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Oman, arabische Investoren anlocken. Es geht um die weitere Ausbeutung Kosovas. Die privaten Investoren kommen nur wenn alles SOZIALE beseitigt ist oder beseitigt wird. Arabische Investoren investierten nur in Serbien und Kroatien weil dort soziale Leistungen massiv abgebaut wurden. In Kosova hingegen muss nicht viel abgebaut werden. Soziale Rechte existieren faktisch nicht. Deshalb ist Herr Remzi Ejupi, auch so optimistisch was die Investoren angeht. Interessant ist auch folgender Aspekt. Die Bundesrepublik Deutschland ist in den diktatorisch regierten arabischen Staaten ökonomisch sehr aktiv. All die genannten Länder sind islamisch fundamentalistisch orientiert. Demokratische Rechte, Arbeiter und Frauenrechte existieren nicht. Das scheint auch auch nicht zu stören. Der Dichter Berthold Brecht formulierte in der Dreigroschenoper: „ Zuerst kommt das fressen, dann die Moral“

In Kosova würden verstärkte Investitionen aus den genannten arabischen Staaten aber nicht nur die Ausbeutung und Armut verstärken. Die arabischen Investoren wünschen neben fehlenden Arbeiterrechten noch ideologische Begleitmusik. Seit Jahren kommen aus den Golfstaaten massiv Gelder für islamistische NGOs. Gefördert wird nicht ein religiöses islamisches Glaubensbekenntnis, gefördert werden islamisch faschistoide Gruppen in Kosova. Diese Gruppen werden aufgrund des sozialen Elends in Kosova langsam aber stetig zur Gefahr. Vermehrte Investitionen aus den Golfstaaten in Kosova richten sich nicht nur gegen die sozialen Lebensinteressen der Menschen – wie bei allen kapitalistischen Investitionen- sondern sind zudem ein direkter Angriff auf die Demokratie.